Wie Recruiter dich wirklich finden
Es hilft, sich die Recruiter-Seite des Bildschirms vorzustellen. Dort tippt jemand einen Jobtitel, ein paar Kenntnisse und einen Ort in ein Suchtool und bekommt eine Liste. Jeder Treffer zeigt dein Foto, deinen Namen und deine Überschrift, dazu deine aktuelle Stelle. Anhand dieser einen Zeile fällt die Entscheidung, ob geklickt wird.
- Um gefunden zu werden, braucht dein Profil die gesuchten Begriffe, in Überschrift, aktuellem Jobtitel, Kenntnissen und Berufserfahrung.
- Um angeklickt zu werden, muss deine Überschrift etwas Interessanteres sagen als den Namen deines Arbeitgebers.
- Um angeschrieben zu werden, müssen dein Info-Bereich und deine letzten Stationen Ergebnisse zeigen.
Schreib eine Überschrift, die Klicks bringt
Schreibst du keine eigene Überschrift, nimmt LinkedIn deinen aktuellen Jobtitel und deinen Arbeitgeber. Das ist die sichtbarste Zeile deines Profils und deine beste Chance, das unterzubringen, wonach Recruiter suchen.
[Zieljobtitel] | [Fachgebiet oder Branche] | [Ein Ergebnis oder das, was dich abhebt]
Vorher
Softwareentwickler bei Corvex
Nachher
Senior Backend Engineer | Payments und Fintech | Go, Python, AWS | Systeme auf 2 Mio. Anfragen pro Tag skaliert
Vorher
Engagierte HR-Expertin sucht neue Herausforderung
Nachher
Recruiterin für Tech- und Produktrollen | Über 120 Einstellungen bei europäischen Start-ups
Bring die Grundlagen in Ordnung
- Foto: ein aktuelles, klares Bild deines Gesichts, vor schlichtem Hintergrund und bei freundlichem Licht. Es muss nicht vom Profi sein, sollte dich aber so zeigen, wie du an einem guten Arbeitstag aussiehst.
- Banner: optional, aber ein schlichtes Banner oder eines aus deinem Fachgebiet sieht besser aus als das graue Standardbild.
- Standort: Gib die Stadt an, in der du arbeiten willst, denn Recruiter filtern danach.
- Eigene URL: Ändere die Adresse in den Profileinstellungen auf deinen Namen, damit sie im Lebenslauf sauber aussieht.
Sprich im Info-Bereich mit deiner eigenen Stimme
Das ist die einzige Stelle im Profil, an der du wie ein Mensch klingen kannst. Schreib in der Ich-Form und beschränk dich auf drei kurze Absätze: was du tust und für wen, was du erreicht hast und was du als Nächstes willst. Bis zum Klick auf „mehr anzeigen“ sieht man nur die ersten Zeilen, also beginne mit deiner stärksten.
Ich helfe B2B-Softwareunternehmen, aus Testnutzern zahlende Kunden zu machen. Seit sieben Jahren verantworte ich Lifecycle-Marketing für Teams von 5 bis 50 Personen. Bei Brightline hat mein Team die Onboarding-E-Mails und In-App-Nachrichten neu aufgebaut und die Conversion aus Testphasen innerhalb eines Jahres von 11 % auf 18 % gesteigert. Ich mag die unspektakuläre Seite dieser Arbeit: saubere Daten, sorgfältige Tests und ehrliches Reporting. Jetzt suche ich eine Stelle als Head of Growth in einem Unternehmen mit einem Produkt, das die Leute mögen. Du erreichst mich unter jana@example.com. Tools: HubSpot, Mixpanel, SQL, Figma.
Eine Liste von Tools am Ende ist auch ein natürlicher Platz für Suchbegriffe. Kopier hier nicht das Kurzprofil aus deinem Lebenslauf: Es ist in einem anderen Ton und für einen anderen Zweck geschrieben.
Beschreib deine Erfahrung als Ergebnisse
Behandle deine zwei letzten Stationen wie im Lebenslauf: drei bis fünf Ergebnisse pro Stelle, jeweils mit einem starken Verb. Ältere Stationen dürfen kürzer sein. Da vor allem nach Jobtiteln gesucht wird, ergänze bei einem ungewöhnlichen internen Titel die übliche Bezeichnung: „Customer Hero (Customer Success Manager)“.
- Nutze starke Verben und Ergebnisse statt Aufgabenbeschreibungen.
- Halte Jobtitel, Arbeitgeber und Daten identisch mit dem Lebenslauf: Recruiter vergleichen das tatsächlich.
- Ergänze Links oder Medien, wo sie helfen: ein Portfolio, einen Vortrag oder einen veröffentlichten Artikel.
- Versteck keine Lücken. Trag Auszeiten über die LinkedIn-eigene Option ein, wenn du sie lieber erklärst.
Kenntnisse, Empfehlungen und Aktivität
- Kenntnisse: Trag so viele ein, wie erlaubt sind, und stell die drei wichtigsten für deinen Wunschjob nach oben. LinkedIn nutzt sie für die Suche.
- Empfehlungen: Zwei oder drei kurze, konkrete von Vorgesetzten oder Kunden bewirken mehr als viele Bestätigungen. Frag dafür jemanden direkt und schlag vor, was erwähnt werden könnte.
- Aktivität: Du musst nichts posten. Durchdachte Kommentare zu Beiträgen aus deinem Fachgebiet halten dein Profil ebenfalls sichtbar.
- Kontakte: Vernetz dich mit Kollegen, Kommilitonen und Menschen, die du triffst. Das erweitert den Kreis, in dessen Suchergebnissen du auftauchst.
Einstellungen, die sich lohnen
- Open to Work: Leg die gewünschten Jobtitel und Orte fest. Wähle, ob es für alle oder nur für Recruiter sichtbar ist.
- Öffentliches Profil: Sorg dafür, dass dein vollständiges Profil auch außerhalb deines Netzwerks sichtbar ist.
- Profilsprache: Suchst du in zwei Ländern, ergänze eine Profilversion in der zweiten Sprache, statt beide zu mischen.
- Benachrichtigungen: Beim Bearbeiten deines Profils kannst du Updates an dein Netzwerk abschalten, damit Kollegen nicht jede Änderung sehen.
Ist dein Profil erst einmal in guter Form, nimmt es dir viel Arbeit ab. Verschickst du Bewerbungen, ohne Antworten zu bekommen, ist ein gutes Profil auch ein Weg an den häufigsten Gründen für das Schweigen vorbei.



